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Die Bearded Collie Zucht in der Schweiz PDF Drucken E-Mail

Wer sich mit der Geschichte und der Zucht von Bearded Collies in der Schweiz beschäftigt stösst unweigerlich auf die Beardies "von der Elsternhöh" von Frau Anna Kurzbein.

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Frau Kurzbein importierte 1962 ihre erste Bearded Collie Hündin "CH Beauty Bairn (gen. Cindy) of Bothkennar" (Blimber of Bothkennar x Bronze Penny of Bothkennar) aus dem Zwinger von Ms G.O. Willison. Die Rasse war damals hier weitgehend unbekannt. Daher stiess "Cindy" an der Collie Clubshow 1962 auf reges Interesse.

Frau Kurzbein war so fasziniert von der Rasse und im speziellen von "Cindy", dass in ihr der Wunsch aufkam, selbst eine Bearded Collie Zucht aufzubauen. Dies erwies sich allerdings als gar nicht so einfach. Eher schon durch Zufall erfuhr sie, dass in Italien ein Rüde stand und zwar "Bencha of Bothkennar" (Benjie of Bothkennar x Baidh of Bothkennar).

Der erste Wurf Bearded Collies fiel am 12. März 1963. Zwei braun geborene Welpen kamen zur Welt, ein Rüde und eine Hündin. Die Hündin "Andra v.d. Elsternhöh" behielt Frau Kurzbein zur Zucht in ihrer Zuchtstätte. Ebenfalls im Jahre 1963 importierte Frau Kurzbein den schwarz geborenen Rüden "Bluejacket of Bothkennar" (Bravo of Bothkennar x Blue Bonnie of Bothkennar). Er wurde oft ausgestellt und bald war er Schweizer und Internationaler Champion. Aus einem Wurf von ihm und "Andra" behielt Frau Kurzbein eine schwarz geborene Hündin zur Zucht; "Doret v.d. Elsternhöh".

Ein weiterer Importrüde kam 1968 zu Frau Kurzbein, "Hyfield Myrmidon" (Wishanger Cairnbhan x Hyfield Kirtle) aus England. Von "Hyfield Myrmidon" und aus "Doret v.d. Elsternhöh" stammen erfolgreiche Bearded Collies ab. Unter anderen; "Fant v.d. Elsternhöh", "Hylas v.d. Elsternhöh" (er kehrte später nach England zurück zusammen mit seinen Besitzern) und "Muschka v.d. Elsternhöh" (sie war die erste Bearded Collie Hündin in Oesterreich und bildete den Grundstein zur ersten Bearded Collie Zucht in ihrem Lande).

"CH Fant v.d. Elsternhöh" behielt Frau Kurzbein als Zuchtrüde im Zwinger. Er war lange Zeit der dominierende Beardie-Rüde auf Ausstellungen in der Schweiz und im Ausland.

Neben den oben schon genannten Beardies brachte der Zwinger noch einige sehr schöne Hunde hervor. Genannt seien hier nur ein paar Champions: "Hylas" (gew. 1971), "Neula" (gew. 1973), "Ray" (gew. 1975), "Xelia" (gew. 1977).

Über sehr lange Zeit hin war Frau Kurzbein die einizige Züchterin von Bearded Collies in der Schweiz und auf nationalen wie internationalen Ausstellungen sehr erfolgreich.

1984 fiel zum ersten mal ausserhalb der "Elsternhöh" Zuchtstätte ein Wurf Bearded Collies und zwar im Zwinger "Raby" basierend auf der Osmart Linie. Mit aber nur gerade einem einzigen Wurf hat diese Zuchtstätte keine Bedeutung in der weiteren Entwicklung der Rasse. Ebenso der Wurf aus dem Zwinger "Montricher" (1985) basierend auf der Elsternhöh Linie.

1986 trat erstmals der Zwinger "Sunnybrook’s" von Carolyn Sutter in Erscheinung, zwar ebenfalls mit nur einem einzigen Wurf. Dieser hatte aber insofern etwas mehr Gewicht als die vorherigen, weil der schwarze Rüde "Sunnybrook’s Amandus" aus diesem Wurf doch für einige Würfe in der Schweiz als Deckrüde eingesetzt wurde. Die importierte Hündin von Frau Sutter war die braune "Petra v.d. Glücksalm" (Davealex Willy Wumpkins x Orora’s Vanity), Sie wurde gedeckt mit dem schwarzen Rüden "Brambledale Black Clyde" (Sunbree Sorcerer x Brambledale Blue Jay).

Im gleichen Jahr wurden folgende vier Hündinnen importiert. Die schwarze "Warwick’s Black Beauty" (Beagold Blue Jay x Birchwood Carol’s Chloe) aus der Zucht von Tosca Dallaire in Deutschland (später Kanada), die schwarze Hündin "Seagull Singin’Raine" (Dearbolt Christopher Robin x Lady Glencora fan’t Sparre Hus) aus Holland von Herrn Scholte und die blaue "Birchwood Good Golly Miss Molly" (Becobus Raedwulf The Reeve x Birchwood by Jingle Blossom) der Kanadierin Carol Birch. Und zuletzt die braune "Biggi v.d. Blumenwiese" (Yankee v. Töpferhof x Leandra Black v. Trenkelbach) aus Deutschland von U. Hülstede. Sie alle sollten in den kommenden Jahren zur Zucht eingesetzt werden.

Im Jahre 1987 fiel der erste Wurf bei H.R. Christen im Zwinger "of Queensland" (bekannt durch seine Colliezucht).

Die Hündin "Warwick’s Black Beauty" wurde gedeckt mit "Bonnie v.d. Glücksalm". Aus dieser Verbindung behielten Familie Christen die ebenfalls schwarze Hündin "Black Angel of Queensland". Beide Hündinnen wurden in der Folge mit "Rallentando Rookie" und später mit "Sunnybrook’s Amandus" gepaart. Durchwegs wurden bei beiden Hündinnen, bei allen Würfen nur schwarze Welpen geboren.

Im Zwinger "of Scotchhouse" wurden früher ebenfalls Collies gezüchtet, bevor Familie Sterchi auf den Beardie kamen. Die Hündin "Seagull Singin’Raine" wurde mit "Orora’s Gentleman’s Honour", "Rallentando Rookie", "Sunnybrook’s Amandus" und zuletzt mit "Birchwood What The Dickens" gepaart.

 

Auch im selben Jahr fiel der erste Wurf bei Urs Peissard im Zwinger "zum Schürstalden". Seine Hündin "Biggi v.d. Blumenwiese" wurde unter anderem mit "Birchwood What The Dickens" gepaart. Aus diesem Wurf behielt Herr Peissard die schwarze Hündin "Dynamit vom Schürstalden". Ausserdem importierte er die schwarze Hündin "Deedledee Dancing Dolly". Sie verpaarte er vorwiegend mit Deckrüden von Christel Pera aus Deutschland.

"Birchwood Good Golly Miss Molly" hatte nur drei Würfe, jedesmal wurde sie gedeckt mit "Sunnybrook’s Amandus". Anschliessend verschwand dieser Zwinger von Familie Linder wieder von der Bildfläche.

1988 wurde erstmals ein Wurf aus dem Zwinger "de l’Arrondera" eingetragen. Dominique und Jean-Robert Yersin sind von den bisher erwähnten Züchter noch als einzige aktiv zur Zeit. Ihre erste importierte Hündin die zur Zucht eingesetzt wurde, war "CH Samanty del Narciso" (Willowmead Summer Sunrise x Sterlina del Narciso) von L. Bernini aus Italien.

Familie Yersin orientierte sich sehr stark nach Frankreich. Bald schon entstand eine enge Zusammenarbeit mit J.P. Bernardi in Frankreich. Familie Yersin importierten die Hündinnen"CH Cadence de Gouth Noire" (Amarous Bobby of Debora’s Farm x Tiffanys del Narciso), "CH Everlasting Love de Gouth Noire" (Shilstone Diplomant x Angie du Blason de Kerlan), "CH Charleston de Gouth Noire" (Amarous Bobby of Debora’s FArm x Tiffanys del Narciso). Alle drei Hündinnen sind wirklich sehr schön und haben auch sehr schöne Welpen gebracht. Unter vielen anderen sei sicher "CH Glamour de l’Arrondera" erwähnt. Sie stammt aus der Verpaarung; Caramac Command Performance x Charleston de Gouth Noire.

Familie Yersin ist stets bemüht auch neues Blut in ihre Zucht zu bringen. So importierten sie auch die Hündin "Wellknowe Brocade" (Wellknowe Hill Scout x Wellknowe Black Maid) und die Rüden "Moonhill’s Arrondera Classic" (Potterdale Philosopher x Potterdale Classic of Moonhill), "Caramac Command Performance" (Samara Standing Ovation x Binbusy Ballade).

Aus der Verbindung mit Moonhill’s Arrondera Classic und aus Charleston de Gouth Noire stammte die sehr schöne braune "CH Laura Hashley de l’Arrondera". Auch diese Hündin wird ganz bestimmt ihren Weg machen. Zur Zeit ist die Zucht von Familie Yersin ganz bestimmt führend in der Schweiz.

In den Jahren 1992 - 1994 sind noch 5 weitere Zuchtstätten entstanden, wovon noch drei aktiv sind; die Zuchtstätte "of Sherry Lane" von Frau Silvia Egli. Ihre Stammhündin "Pahari Heavenly Holly" ( Sheperdess Buddy Boldon x Pahari Britanc Gilberlite) importierte sie von Christel Pera. Aus der Verpaarung von "Cliff of Pahari" und " Holly" behielt S. Egli ihre "Aika". Als Deckrüden verwendete S. Egli Rüden aus den Pahari, Moonhill und Potterdale Linien. Aus diesen Verpaarungen gingen einige schöne Hunde hervor, die leider zu wenig an Ausstellungen gezeigt werden. Ich wünschte mir, auch im Interesse der Rasse, dass mehr Bearded Collies aus Schweizer Zucht an Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt würden. Vor kurzer Zeit importierte Frau Egli die schwarze Hündin "Xquisite Chelsea of Pribardom" (Lord Lennon of Pribardom x Beauty Queen of Benmore) aus den Niederlanden von Henk Hanssen.

Eine weitere Zuchtstätte ist die von Frau Marianne Meyer "Starflyers’s". Frau Meyer importierte zwei Hündinnen aus Deutschland und zwar "Jacky v. Kreuz Ass" (Rallentando Rookie x Trudy v. Kreuz Ass) und "Sainsburry’s Kizzy Lizzie" (Charncroft Caleb x Arabesque v. Haus auf den Steinen). Aus Verpaarungen mit Rüden wie "Charncroft Caleb", "Lord Lennon of Pribardom" und "Nobility Herby the Heartbreaker" sind Junghunde vereinzelt an Ausstellungen zu sehen. Wie sie sich entwickeln wird sich in der Zukunft zeigen.

Zuletzt erwähne ich noch den Zwinger "Toutenpoils" von F. und P. Bidal. Sie starteten ihre Zucht mit der Hündin "Wooly Pad’s Honey"(Potterdale Double Diamond x Shilstone Harmony) und "Coalacre of Reflection" (Coalacre Curiosity x Potterdale Harmoney at Coalacre). Wie Familie Yersin, orientierte sich Familie Bidal sehr stark nach Frankreich. Auch sie haben eine enge Verbindung mit J.P. Bernardi aus Frankreich.

Im letzten Jahr sind wieder noch ein paar neue Züchter dazugekommen. Aber die Zeit wird es erst zeigen müssen, ob sie sich etablieren oder wieder von der Bildfläche verschwinden.

Seit einiger Zeit haben wir hoffnungsvolle Vertreter von guten englischen Linien hier in der Schweiz. Welchen Einfluss sie nehmen werden auf die Schweizer Zucht, muss sich ebenfalls erst zeigen. Ich hoffe die jetzigen Züchter suchen ihren eigenen Typ und versuchen diesen zu festigen. Im internationalen Vergleich stehen wir nicht an der Spitze, jedoch ist gutes Zuchtmaterial vorhanden. Einen regen Austausch mit dem Mutterland und unseren umliegenden Nachbarländern würde ich unseren Züchtern gerne an’s Herz legen.

Ich bin mir bewusst, dass wir eine sehr kleine Anzahl Züchter haben, und mit nur ungefähr 50 Welpen pro Jahr haben wir gewiss ein relativ kleines Potential.

Wie ich schon früher kurz erwähnte, werden leider auch sehr wenige Beardies an den Ausstellungen gezeigt. Es wäre jedoch meiner Meinung nach wichtig sich in dieser Beziehung dem Vergleich mit den ausländischen Beardies zu stellen. Kritik sollte uns anspornen und nicht entmutigen.

Wo die Schweizer Beardieszene sehr aktiv mitmacht, ist beim Agility. Da zeigen unsere Beardies und deren Besitzer sehr viel Elan und Begeisterung.

Alle unsere Zuchthunde müssen auf Hüftgelenksdysplasie und Augenkrankheiten (CEA und PRA) getestet werden. Denn wir möchten doch, dass der Beardie ein aktiver, natürlicher und gesunder Arbeitshund bleibt.

Unsere Hunde erfreuen sich im Allgemeinen einer sehr guten Gesundheit, oft dürfen sie ein sehr hohes Alter erreichen. In einigen Linien muss auf Farbfehler geachtet werden. Das Wesen ist uns ebenfalls ein grosses Anliegen. Wir versuchen an unseren Ankörungen die Wesensbeurteilung laufend zu optimieren und unseren Zielen näher zu kommen.

Auf alle Fälle möchten wir mithelfen diese liebenswerte Rasse zu fördern und zu erhalten in ihrer natürlichen Art.

 
 
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